Was ist ein Pikosekundenlaser?
Ein Pikosekundenlaser ist ein Laser, der extrem kurze Lichtimpulse abgibt. Eine Pikosekunde ist ein Billionstel einer Sekunde. Diese ultrakurzen Pulse unterscheiden ihn von klassischen Q-Switched-Lasern, die mit längeren Impulszeiten arbeiten. Durch die kurze Impulsdauer wird die Energie so schnell abgegeben, dass sich in der Haut ein anderer Wirkmechanismus entfaltet.
Der Laser zielt vor allem auf Pigmente. Dazu zählt Melanin, also der Farbstoff in der Haut, ebenso wie Farbpigmente in Tattoos oder Permanent Make-up. Je nach Gerät arbeitet der Pikosekundenlaser mit verschiedenen Wellenlängen. Das ist wichtig, weil unterschiedliche Pigmentfarben und verschiedene Hautveränderungen nicht gleich auf Licht reagieren. Mit der passenden Wellenlänge lässt sich die Energie gezielt dort bündeln, wo sie gebraucht wird.
Wie funktioniert ein Pikosekundenlaser?
Der größte Unterschied zu vielen anderen Lasern liegt in der Art der Wirkung. Ein Pikosekundenlaser arbeitet nicht primär durch Hitze, sondern durch einen photoakustischen Effekt.
Wenn der Laserimpuls auf pigmentreiche Strukturen trifft, wird die Energie so schnell freigesetzt, dass das Pigment in winzige Partikel zerfällt. Man kann sich das wie eine sehr kleine Schockwelle vorstellen, die das Pigment sprengt. Weil der Impuls extrem kurz ist, entsteht dabei nur wenig Wärme in der Umgebung. Das ist ein wichtiger Vorteil, denn es bedeutet, dass die umliegende Haut in der Regel weniger belastet wird als bei älteren Pigmentlasern.
Diese feinen Pigmentpartikel bleiben nicht einfach liegen. Der Körper erkennt sie als Abbaumaterial und transportiert sie Schritt für Schritt ab. Das erfolgt über Fresszellen und das Lymphsystem. Deshalb braucht die Haut Zeit zwischen den Sitzungen. Der Laser macht die Vorarbeit, aber der Abbau läuft anschließend im eigenen Tempo des Körpers. Genau deshalb werden Ergebnisse meist schrittweise besser, nicht von einem Tag auf den nächsten.
Bei bestimmten Einstellungen, vor allem bei fraktionierten Pikosekundenbehandlungen, kommt noch ein zweiter Effekt dazu. Der Laser setzt dann viele winzige Impulse in einem Raster, ähnlich wie beim fraktionierten CO₂-Laser, nur ohne Abtragung der Oberfläche. Diese Mikroimpulse lösen kleine Reparaturreize aus, wodurch die Kollagenneubildung angeregt wird. Das kann die Hautstruktur verbessern, zum Beispiel bei feinen Narben, Aknenarben oder einer insgesamt unruhigen Textur.
Welche Vorteile hat ein Pikosekundenlaser?
Aus genau diesem Wirkprinzip ergeben sich mehrere Vorteile:
- Sehr präzise Behandlung von Pigment, weil die Energie gezielt in den Farbstoff geht
- Geringere Wärmebelastung der umliegenden Haut, was das Risiko für hitzebedingte Irritationen senken kann
- Häufig eine schnellere Erholung der Haut, weil weniger thermischer Stress entsteht
- Gute Wirksamkeit auch bei schwierigen Tattoo-Farben, je nach eingesetzter Wellenlänge
- Oft effizientere Fragmentierung von Pigment, wodurch in manchen Fällen weniger Sitzungen nötig sind als bei älteren Systemen
- Bei fraktionierter Anwendung zusätzliche Verbesserung der Hautstruktur möglich, ohne dass die Oberfläche abgeschliffen wird
- Auch für viele dunklere Hauttypen gut geeignet, solange die Einstellungen vorsichtig gewählt werden
Wofür wird ein Pikosekundenlaser eingesetzt?
Der Pikosekundenlaser hat sich in mehreren Bereichen etabliert. Wenn Du Dir einen Überblick zu Laserbehandlungen wünschst, findest Du hier mehr zur Lasertherapie.
Tattooentfernung und Permanent Make-up
Das ist der klassische Haupteinsatzbereich. Der Laser zerlegt die Farbpigmente in sehr kleine Teilchen, die der Körper danach abbaut. Besonders gut reagieren dunkle Farben wie Schwarz und Blau. Je nach Wellenlänge können auch schwierigere Farben wie Grün oder Türkis besser erreicht werden als mit älteren Lasern. Mehr Details findest Du auch zur Tattooentfernung.
Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von mehreren Faktoren ab: Welche Farben verwendet wurden, wie tief sie liegen, wie alt das Tattoo ist und wie Dein Hauttyp reagiert. In den meisten Fällen ist es eine Serie von Behandlungen, keine Einmal-Lösung. Zwischen den Terminen liegen mehrere Wochen, damit der Körper Zeit hat, die gesprengten Pigmente abzutransportieren.
Pigmentflecken und sonnengeschädigte Haut
Hier geht es um gutartige Pigmentierungen wie Altersflecken, Sonnenflecken oder Sommersprossen. Der Laser zielt auf Melaninansammlungen in der oberen Haut. Nach der Behandlung kann das Pigment kurz dunkler wirken, bevor es nach und nach heller wird. Viele erleben dadurch einen gleichmäßigeren Teint und eine klarere Hautoptik. Wenn Du tiefer einsteigen willst: Infos zu Pigmentflecken.
Auch Augenringe, sofern sie pigmentbedingt sind, können je nach Befund behandelt werden. Ob das sinnvoll ist, hängt stark davon ab, ob es sich wirklich um Pigment handelt oder eher um Gefäße und Schatten. Das wird vorab geprüft.
Melasma und postinflammatorische Hyperpigmentierung
Melasma ist eine hartnäckige Pigmentstörung, die oft hormonell oder durch UV ausgelöst wird. Sie reagiert empfindlich auf Reize. Deshalb wird der Pikosekundenlaser hier eher vorsichtig eingesetzt und meist in Kombination mit konsequentem Sonnenschutz und stabilisierender Pflege. Ziel ist eine schrittweise Aufhellung, nicht ein sofortiges „Weglasern“. Mehr dazu findest Du im Beitrag zu Melasma.
Postinflammatorische Hyperpigmentierung meint dunkle Flecken, die nach Entzündungen zurückbleiben, zum Beispiel nach Akne oder Ekzemen. Wenn die Entzündung vollständig abgeklungen ist und die Haut sich stabilisiert hat, kann der Laser dabei helfen, das verbliebene Pigment schrittweise aufzuhellen.
Aknenarben und andere feine Narben
Der Laser wirkt hier weniger über Pigment, sondern über die fraktionierten Mikroreize und den Kollagenumbau. Besonders flachere, oberflächlich unruhige Narben profitieren. Die Haut wird schrittweise glatter und gleichmäßiger. Tiefe eingezogene Narben brauchen oft mehrere Ansätze, aber Pikosekundenlaser können ein sinnvoller Baustein sein – vor allem, wenn man eine Methode ohne große Ausfallzeit sucht. Weitere Optionen findest Du unter Narbenbehandlung.
Hautbildverbesserung und feine Linien
Wenn der Teint unruhig wirkt, Poren stark auffallen oder feine Linien sichtbar werden, kann eine fraktionierte Pikosekundenbehandlung das Hautbild verfeinern. Das passiert nicht über ein Abtragen der Oberfläche, sondern über sanfte Stimulation in der Tiefe. Viele beschreiben danach eine glattere Textur und ein ruhigeres Hautbild. Der Effekt baut sich meist über mehrere Sitzungen auf.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Grundsätzlich eignet sich der Pikosekundenlaser für viele Hauttypen, weil er weniger thermische Belastung erzeugt. Trotzdem muss die Einstellung immer zum Hauttyp passen. Bei sehr dunkler Haut oder starker Neigung zu Pigmentflecken wird besonders vorsichtig gearbeitet, um ein Nachdunkeln zu vermeiden.
Sehr helle, rote oder graue Haare lassen sich damit nicht entfernen. Der Pikosekundenlaser ist kein Haarlaser. Er braucht Pigment als Zielstruktur, und das sitzt bei Haaren in einer anderen Konstellation als bei Haarlasern.
Wann sollte man keinen Pikosekundenlaser machen?
Nicht behandelt wird in der Regel, wenn:
- eine aktive Entzündung oder Infektion im Areal vorliegt, zum Beispiel Herpes
- die Haut frisch stark gebräunt ist oder in den letzten Wochen viel Sonne abbekommen hat
- ein Melasma gerade instabil ist und stark reagiert
- Medikamente genommen werden, die die Haut sehr lichtempfindlich machen
- eine Schwangerschaft besteht, meist aus Vorsicht
Was solltest Du vor einer Pikosekundenlaser Behandlung beachten?
Damit die Behandlung gut funktioniert und Deine Haut ruhig bleibt, ist vor allem eins wichtig: keine frische Bräune. In den zwei bis vier Wochen davor solltest Du Sonne und Solarium möglichst meiden. Wenn Du trotzdem draußen bist, dann schütze die Stelle konsequent mit hohem Lichtschutzfaktor. Frisch gebräunte Haut reagiert empfindlicher, und das Risiko für Reizungen oder Pigmentflecken ist dann einfach höher. Selbstbräuner lässt Du in dieser Zeit am besten auch weg. Mehr zum Thema findest Du hier: Sonnenschutz.
In den Tagen vor dem Termin lohnt es sich außerdem, die Pflege etwas „runterzufahren“. Sehr aktive Produkte wie Retinol, starke Fruchtsäuren oder grobe Peelings können die Haut irritieren. Wenn Du darauf ein paar Tage verzichtest, ist die Haut entspannter und startet stabiler in die Behandlung.
Informiere den Behandler vor dem Termin auch unbedingt über Medikamente, die Du einnimmst und die Deine Haut eventuell lichtempfindlich machen. Auch eine Neigung zu Herpes, Probleme mit der Wundheilung oder starkes Nachpigmentieren in der Vergangenheit solltest Du erwähnen.
Am Behandlungstag selbst kommst Du am besten mit sauberer Haut, ohne Make-up und ohne reichhaltige Cremes auf der Stelle. Wenn die Haut gerade entzündet ist oder offene Stellen hat, wird meist lieber gewartet, bis alles abgeheilt ist. So hast Du die besten Voraussetzungen für eine gleichmäßige Behandlung und ein ruhiges Ergebnis.
Wie läuft eine Pikosekundenlaser Behandlung ab?
Vor dem Termin wird Deine Haut untersucht und das Ziel der Behandlung genau festgelegt. Bei Pigmentflecken schaut man, ob das Pigment gutartig ist und wie tief es liegt. Bei Tattoos wird geklärt, welche Farben vorhanden sind und wie der Verlauf realistisch aussehen kann. Danach wird entschieden, mit welcher Wellenlänge und Intensität gearbeitet wird.
Am Behandlungstag wird die Haut gereinigt. Du bekommst eine Schutzbrille, weil die Lichtimpulse sehr stark sind. Je nach Areal und Empfindlichkeit kann eine Betäubungscreme aufgetragen werden. Das ist besonders bei Tattooentfernung oder empfindlichen Gesichtszonen sinnvoll. Manche kleinere Pigmentbehandlungen gehen auch ohne Betäubung gut.
Dann setzt die behandelnde Person die Laserimpulse. Du spürst kurze, schnelle Impulse, oft wie ein leichtes Schnappen oder ein warmes Kribbeln. Die Dauer hängt von der Fläche ab. Kleine Areale dauern nur wenige Minuten, ein größeres Tattoo oder eine fraktionierte Gesichtsbehandlung kann bis etwa dreißig Minuten dauern. Direkt danach wird die Haut gekühlt und mit einer beruhigenden Pflege versorgt.
Was solltest Du nach der Behandlung beachten?
Nach einer Pikosekundenbehandlung ist die Haut meist nur leicht gerötet oder geschwollen, ähnlich wie nach einem Sonnenreiz. Wichtig ist:
- in den ersten Tagen milde Pflege, keine Peelings oder reizende Wirkstoffe
- konsequenter Sonnenschutz, sonst steigt das Risiko für Pigmentreaktionen
- bei Tattoos die Stelle sauber halten und nicht aufkratzen, falls sich Krüstchen bilden
- keine Sauna oder sehr heißes Baden am selben Tag, wenn die Haut stark gerötet ist
Je besser Du die Haut schützt, desto ruhiger heilt sie und desto gleichmäßiger wird das Ergebnis.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Die meisten Reaktionen sind mild und vorübergehend:
- Rötung und leichte Schwellung für Stunden bis wenige Tage
- bei Pigmentflecken kurzes Nachdunkeln, bevor sie heller werden
- bei Tattoos zeitweilige Krusten oder feine Bläschen
Seltener können auftreten:
- Pigmentverschiebungen, vor allem bei zu früher Sonne oder falscher Einstellung
- kleine Verbrennungen, wenn zu stark gearbeitet wird
- Narben, sehr selten und meist nur bei komplizierter Wundheilung
Wann sehe ich Ergebnisse und wie lange halten sie?
Bei Pigmentflecken zeigt sich oft schon nach der ersten Behandlung eine Veränderung. Der sichtbare Effekt wird aber über mehrere Wochen deutlicher, weil der Körper das Pigment erst abbauen muss.
Bei Tattoos geht es langsamer. Nach jeder Sitzung wird ein Teil der Farbe abgebaut. Eine Serie ist praktisch immer notwendig, und der Fortschritt passiert Schritt für Schritt.
Bei Narben und Texturverbesserungen ist Geduld gefragt. Die Haut braucht Zeit, um Kollagen neu zu bilden. Das Ergebnis entwickelt sich über Wochen und wird oft nach mehreren Sitzungen am deutlichsten.
Wie lange die Ergebnisse halten, hängt vom Thema ab. Ein entferntes Tattoo bleibt entfernt. Pigmentflecken können wiederkommen, wenn neue UV-Schäden entstehen. Deshalb gehört Sonnenschutz immer zum langfristigen Ergebnis dazu.
Was kostet eine Pikosekundenlaser Behandlung?
Die Kosten hängen vom Areal, der Indikation und der Anzahl der Sitzungen ab. Ein kleiner Pigmentfleck ist deutlich günstiger als ein großes Tattoo oder eine fraktionierte Ganzgesichtsbehandlung. Oft liegen kleine Behandlungen im Bereich von etwa 80 bis 100 Euro pro Sitzung. Bei größeren Flächen oder komplexeren Indikationen können es mehrere hundert Euro pro Termin sein.
Häufige Fragen zum Pikosekundenlaser
Tut eine Behandlung mit dem Pikosekundenlaser weh?
Meist ist sie gut auszuhalten. Du spürst kurze, schnelle Impulse, oft wie ein leichtes Schnappen oder Kribbeln. Bei Tattoos oder sehr empfindlichen Bereichen wird häufig vorher betäubt.
Wie sieht die Haut nach einer Pikosekundenlaser Behandlung aus?
Direkt danach ist sie oft gerötet und etwas warm. Manchmal kommt eine leichte Schwellung dazu. Bei Pigmentflecken kann die Stelle kurz nachdunkeln. Bei Tattoos können feine Krüstchen entstehen. Das ist normal und klingt in der Regel innerhalb weniger Tage ab.
Wann sehe ich Ergebnisse nach dem Pikosekundenlaser?
Bei Pigmentflecken siehst Du oft schon nach der ersten Sitzung eine Veränderung. Bei Tattoos und Narben entsteht der Effekt schrittweise über mehrere Termine, weil der Körper Zeit zum Abbau und Umbau braucht.
Wie viele Sitzungen mit dem Pikosekundenlaser sind nötig?
Das ist individuell. Oberflächliche Pigmentflecken brauchen oft wenige Sitzungen. Tattoos benötigen fast immer eine Serie, weil die Farbe Schicht für Schicht abgebaut wird. Für Narben und Hautstruktur plant man ebenfalls mehrere Termine.
Warum muss man beim Pikosekundenlaser Pausen zwischen den Terminen einhalten?
Weil Dein Körper die zerlegten Pigmentpartikel erst abtransportieren muss. Das dauert einige Wochen. Eine zu frühe Wiederholung bringt keinen zusätzlichen Nutzen.
Kann ich nach dem Pikosekundenlaser sofort wieder arbeiten?
In den meisten Fällen ja. Eine echte Ausfallzeit gibt es selten. Wenn die Haut stärker gerötet ist, kann es sinnvoll sein, am selben Tag starke Hitze oder intensiven Sport zu vermeiden.
Wie lange halten die Ergebnisse eines Pikosekundenlasers?
Ein entferntes Tattoo bleibt weg. Pigmentflecken und Hautbildverbesserungen halten meist lange, wenn Du konsequent UV-Schutz nutzt. Ohne Sonnenschutz können neue Schäden entstehen.
