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Amenorrhoe

Amenorrhoe

Vorweg ist es wichtig zu wissen, dass extrem regelmäßige Zyklen sehr selten sind und fast jede Frau irgendwann in ihrem Leben mit Menstruations- oder Zyklusstörungen konfrontiert ist. Die Amenorrhoe ist eine Form der Zyklusstörung, bei welcher die Periode aufgrund verschiedenster Ursachen ausbleibt.

Sarah Koller
Autor
Sarah Koller
Gesundheitsjournalistin
Aktualisiert
23.02.2026
Dauer
Je nach Behandlungsmethode
Klinik
Nicht notwendig
Ausfallzeit
Keine
Anzeige

Was ist eine Amenorrhoe?

Unter einer Amenorrhoe versteht man das Ausbleiben der Regelblutung. Bei schwangeren oder stillenden Frauen ist das ganz normal, auch Mädchen vor Beginn der Pubertät haben noch keine Periode. Im Klimakterium, also in den Wechseljahren, klingt der Menstruationszyklus ebenfalls allmählich ab.

Unter einer Amenorrhoe versteht die Medizin das unnatürliche Ausbleiben der Regelblutung

Die Amenorrhoe kann also zum Teil natürliche Ursachen haben. Sie kann allerdings auch Folge einer Krankheit oder einer hormonellen Störung sein. Mediziner unterscheiden zwei Formen der pathologischen Amenorrhoe. Die primäre Amenorrhoe betrifft Frauen, welche bis zum 16. Lebensjahr noch keine Periode hatten. Von einer sekundären Amenorrhoe sprechen Mediziner, wenn die Periode für mehr als drei Monate ausbleibt, wobei die betroffenen Frauen vorher einen normalen Zyklus hatten.

Was sind die Symptome einer Amenorrhoe?

Das Hauptsymptom einer Amenorrhoe ist das Ausbleiben der Regelblutung. Abhängig davon, was der Grund für Deine Amenorrhoe ist, können noch andere Symptome auftreten. Dazu zählen Veränderungen der Brustgröße, milchige Absonderungen aus der Brust, Gewichtsschwankungen, Akne, verstärkter Haarwuchs im Gesicht, Haarverlust, Kopfschmerzen oder Sehstörungen, vaginale Trockenheit oder eine tiefere Stimme.

Welche Folgen hat Amenorrhoe für Betroffene?

Betroffene Frauen haben oft Schwierigkeiten, schwanger zu werden, was nicht nur die Frauen selber, sondern auch die Partnerschaft belasten kann. Viele Frauen fühlen sich durch eine ausbleibende Periode weniger weiblich oder sind frustriert. Nicht zu vernachlässigen sind die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Betroffenen.

Diese kann nämlich eine Amenorrhoe verursachen, aber auch eine Folge der ausbleibenden Periode sein. Solltest Du feststellen, dass es Dir sehr schlecht geht, zögere nicht und sprich mit Deinem Partner, Freunden, Deiner Familie oder einem Spezialisten, wie einem Psychotherapeuten, oder einem Arzt.

Abgesehen von direkten Folgen kann sich die Amenorrhoe auch auf andere Bereiche auswirken. Ist ein Östrogenmangel die Ursache für die ausbleibende Periode, können die Knochen brüchiger werden und es droht Osteoporose.

Welche Ursachen hat eine Amenorrhoe?

Bestimmte Chromosomenstörungen, wie das Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom oder ein Androgen-Rezeptor-Defekt, können eine primäre Amenorrhoe verursachen. Auch das anlagebedingte Fehlen funktionstüchtiger Eizellen, Fehlbildungen im Genitalbereich sowie Intersexualität können dazu führen. Manchmal ist auch eine Krebserkrankung und seine Therapie, Störungen der Schilddrüse oder der Nebennierenrinde sowie Autoimmunerkrankungen in der Kindheit die Ursache für eine primäre Amenorrhoe.

Betroffene Frauen haben oft Schwierigkeiten, schwanger zu werden, was nicht nur die Frauen selber, sondern auch die Partnerschaft belasten kann

Auch die sekundäre Amenorrhoe kann vielerlei Ursachen haben. Dazu zählt zunächst eine Schwangerschaft, welche in einem solchen Fall abgeklärt werden sollte. Weitere häufige Ursachen könnten psychische Faktoren, übermäßiger Sport oder Leistungssport, Essstörungen (im Besonderen Anorexia nervosa), ein Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), erhöhter Stoffwechsel, zum Beispiel durch eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion, hormonelle Verhütungsmittel (besonders nach dem Absetzen), vorzeitige Wechseljahre, eine Eileiterschwangerschaft, Schäden an der Gebärmutterschleimhaut, chronische Niereninsuffizienz, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Übergewicht sein.

In seltenen Fällen können andere Faktoren eine sekundäre Amenorrhoe verursachen. Erhöhtes Prolaktin aufgrund einer Überproduktion in der Hypophyse kann ein Ausbleiben der Periode begünstigen. Dies kann durch prolaktinproduzierende Tumore in der Hirnanhangsdrüse oder durch die Einnahme von Medikamenten, welche den Prolaktinspiegel beeinflussen, ausgelöst werden.

Weitere Faktoren, die zur Entstehung einer sekundären Amenorrhoe beitragen könnten, sind Autoimmunerkrankungen, Chemotherapie oder eine Bestrahlung des Beckens, sowie androgendroduzierende Tumore der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde. Auch Krankheiten wie Binge-Eating, Bulimie oder Diabetes mellitus können dafür sorgen, dass Deine Periode ungewöhnlich lange ausbleibt.

Welche Formen von Amenorrhoe gibt es?

Die Medizin unterscheidet zwischen einer primären und einer sekundären Amenorrhoe. Es gibt aber auch normale Vorgänge im weiblichen Körper, die zu einer Amenorrhoe führen. Zum Beispiel Mädchen vor der Pubertät oder Frauen in den Wechseljahren sind davon betroffen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Deine Periode plötzlich ausbleibt, solltest Du das ärztlich abklären lassen. Am besten gehst Du dafür zu einem Gynäkologen. Auch wenn Du nach einer Operation keine Menstruation mehr hast, oder Du neben dem Ausbleiben der Periode weitere Symptome wie Unterleibsschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brustschmerzen oder milchige Absonderungen aus den Brüsten feststellst oder aber Du Anzeichen einer Vermännlichung (Virilisierung), wie Haarausfall, tiefere Stimme, stärkere und eher männliche Behaarungsmuster auffallen, ist ein Arztbesuch angeraten.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Amenorrhoe?

Zunächst befragt Dich Dein Arzt im Rahmen des Anamnesegesprächs zu Deiner Krankengeschichte. Dabei sammelt er wichtige Informationen, zum Beispiel wann Du Deine letzte Periode hattest oder ob Du überhaupt schon einmal Deine Regelblutung hattest.

Zunächst befragt Dich Dein Arzt im Rahmen des Anamnesegesprächs zu Deiner Krankengeschichte. Dabei sammelt er wichtige Informationen, zum Beispiel wann Du Deine letzte Periode hattest oder ob Du überhaupt schon einmal Deine Regelblutung hattest

Deswegen ist es wichtig, dass Du Dir vor Deinem Termin am besten aufschreibst, wann Deine letzte Periode war, wie lang Deine Blutung durchschnittlich dauert, wie stark sie ist, ob Du Schmerzen dabei hast und wenn ja, wie stark diese sind und ob Du Zwischenblutungen hattest. Falls Du Deine Basaltemperatur auswertest, nimm auch Deine Basaltemperaturkurve mit, sie dient Deinem Arzt zur Ermittlung Deines Eisprungs.

Außerdem fragt er Dich, ob Du vielleicht schwanger sein könntest oder ob Du noch andere Symptome neben der Amenorrhoe selber hast. Im Anschluss daran erfolgt die gynäkologische Untersuchung, der Arzt nimmt dabei einen Scheidenabstrich und führt eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane durch. Auch die Messung der Hormone kann Hinweise auf die Ursachen der Amenorrhoe liefern.

Der Arzt bestimmt die Werte für Prolaktin, Östrogene und Androgene, sowie für die von der Hirnanhangsdrüse produzierten Hormone FSH und LH. Liegt der Verdacht auf eine Störung der Schilddrüsenfunktion nahe, sieht sich der Arzt auch die Schilddrüsenwerte TSH, T3 und T4 genauer an.

Im weiteren Verlauf der Behandlung kommen noch Funktionstests, wie der Gestagentest oder der Östrogen-Gestagen-Test, hinzu. Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, können noch weitere Untersuchungen notwendig sein. Dafür kommen bildgebende Verfahren oder eine Bauchspiegelung in Betracht.

Wie lässt sich eine Amenorrhoe behandeln?

Dein Arzt behandelt die Amenorrhoe abhängig von dem Krankheitsbild, welches ihr zugrunde liegt. Bei einer hormonellen Störung verordnet er Dir Hormonpräparate, woraufhin sich der Zyklus wieder regulieren sollte und die Regelblutung normalerweise wieder einsetzt. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann so behandelt werden.

Sind Tumore oder Fehlbildungen der Geschlechtsorgane die Ursache Deiner Beschwerden, muss Dich Dein Arzt möglicherweise operieren. Liegt ein Y-Chromosom vor, also chromosomal ein männlicher Organismus, kann es sein, dass Dir die Ärzte aufgrund des erhöhten Krebsrisikos eine operative Entfernung der Hoden empfehlen, sollten sie sich im Bauchraum befinden.

Ist das Ausbleiben Deiner Regelblutung durch Deinen Lebensstil bedingt, kannst Du selbst gegensteuern, indem Du Normalgewicht anstrebst, Sport in gemäßigtem Ausmaß betreibst, Stress reduzierst oder psychische Belastungen in einer Psychotherapie verarbeitest.

Unterstützend kannst Du Zyklustees zu Dir nehmen, die unter anderem Rosmarin, Himbeerblätter, Holunderblüten, Salbei und Beifuß enthalten. Auch Mönchspfeffer wirkt zyklusregulierend. Du bekommst entsprechende Präparate ohne Rezept in der Apotheke, solltest die Einnahme aber dennoch vorher mit Deinem Arzt absprechen.

Unterstützend kannst Du Zyklustees zu Dir nehmen, die unter anderem Rosmarin, Himbeerblätter, Holunderblüten, Salbei und Beifuß enthalten

Was bedeutet eine Amenorrhoe für den Kinderwunsch?

Ohne einen intakten Menstruationszyklus kann eine Frau nicht schwanger werden. Wenn also die Periode längere Zeit ausbleibt, bleibt auch der Kinderwunsch unerfüllt. Durch diverse Behandlungen lässt er sich aber oftmals trotzdem erfüllen. Lies dazu auch: Ernährung in der Kinderwunschzeit.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Für die Diagnose und eine ärztlich indizierte Behandlung einer Erkrankung kommen die Krankenkassen in aller Regel auf. Bist Du Dir nicht sicher, kannst Du natürlich bei Deinem Versicherungsträger nachfragen, welche Leistungen sie übernehmen. Unsere Spezialisten stehen Dir ebenfalls bei allen Fragen zur Seite.

Häufige Fragen zu Amenorrhoe

Was ist Amenorrhoe und was sind die Ursachen?

Amenorrhoe beschreibt das Ausbleiben Deiner Periode. Es gibt viele mögliche Ursachen dafür. Natürlich kann sie durch Schwangerschaft, Stillen oder die Wechseljahre bedingt sein. Aber auch hormonelle Störungen, Stress, Essstörungen oder körperliche Belastung durch Sport können eine Rolle spielen.

Wann sollte ich bei ausbleibender Periode zum Arzt gehen?

Wenn Deine Periode länger als drei Monate ausbleibt und Du nicht schwanger bist, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch wenn Du zusätzliche Symptome wie Brustschmerzen, Gewichtszunahme oder Akne bemerkst, ist es ratsam, Dich untersuchen zu lassen.

Kann ich mit Amenorrhoe trotzdem schwanger werden?

Auch wenn Deine Periode ausbleibt, bedeutet das nicht automatisch, dass Du nicht schwanger werden kannst. Viele Ursachen für Amenorrhoe lassen sich behandeln, und oft kehrt der Zyklus mit der richtigen Behandlung zurück.

Gibt es Hausmittel, die gegen Amenorrhoe helfen können?

Einige Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit Zyklustees, die Rosmarin, Himbeerblätter oder Mönchspfeffer enthalten. Diese können helfen, den Zyklus zu regulieren. Doch bevor Du solche Mittel ausprobierst, solltest Du immer mit Deinem Arzt sprechen.

Was passiert, wenn ich länger als ein Jahr keine Periode habe?

Wenn Deine Periode über längere Zeit ausbleibt, kann das auf eine ernsthafte Störung hinweisen. Eine ärztliche Untersuchung ist dann wichtig, um die genaue Ursache herauszufinden und die richtige Behandlung einzuleiten.

Können psychische Probleme Amenorrhoe verursachen?

Stressige Lebensereignisse oder psychische Belastungen wie Angstzustände oder Depressionen können ebenfalls dazu führen, dass Deine Periode ausbleibt. Es ist wichtig, auch psychische Faktoren bei der Behandlung zu berücksichtigen.

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